Beschreibung
Obwohl sein literarisches Werk - Gedichte, Jazzkritiken und autobiografische Erzählungen - heute am bekanntesten ist, schuf Ted Joans im Laufe seines Lebens auch ein visuelles Werk, das sich durch seinen Reichtum, seine formale Freiheit und seine Erfindungskraft auszeichnet. Bis heute weitgehend unbeachtet, wartet ein Grossteil dieser Zeichnungen, Collagen und experimentellen Filme darauf, entdeckt zu werden. Als Ergebnis intensiver Recherchen und einer engen Zusammenarbeit mit dem Nachlass des Künstlers vereint die Ausstellung zum ersten Mal eine Reihe aussergewöhnlicher Werke. Ted Joans wurde 1928 geboren und wuchs zwischen Louisville (Kentucky) und Fort Wayne (Indiana) im Herzen eines von Rassentrennung geprägten Amerika als Sohn einer afroamerikanischen Familie von Bühnenkünstlern auf, die auf Dampfschiffen auftraten. In Zeitschriften, die seine Tante bei den weissen Familien mitnahm, bei denen sie als Hausangestellte arbeitete, entdeckte er den Surrealismus. Mit Worten, Klängen oder Bildern machte Ted Joans die Collage zu einem spielerischen und zugleich subversiven ästhetischen Verfahren. Sein synkretistisches Werk ist geprägt von der schwarzen intellektuellen Tradition und voller Verweise auf die westliche Kunstgeschichte. Obwohl André Breton ihn als den „einzigen afroamerikanischen Surrealisten“ bezeichnete, reiht sich Joans in eine breitere Tradition ein, die man mit Amiri Baraka als „Afro-Surrealismus“ bezeichnen kann. Fasziniert von Afrika, das er den „surrealistischen Kontinent“ nannte, bemühte er sich, eurozentrische Narrative zu dekonstruieren, getragen von einem panafrikanischen Engagement, das die Beziehungen zwischen den afrostämmigen Völkern und ihren kulturellen Wurzeln wiederherzustellen suchte.
Höhepunkte
- Erste monografische Ausstellung über Ted Joans
- Präsentation von Zeichnungen, Collagen und experimentellen Filmen
- Einfluss des Surrealismus und afroamerikanischer Tradition
Allgemeine Informationen
Die Ausstellung im Musée cantonal des beaux-arts in Lausanne widmet sich dem Werk des US-amerikanischen Künstlers Ted Joans. Sie zeigt eine Vielzahl seiner visuellen Arbeiten, die bislang weitgehend unbeachtet blieben, und beleuchtet seine Verbindung zur surrealistischen Bewegung sowie zur afroamerikanischen Kunsttradition.
Standort
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October 2026
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