Beschreibung
Die dreiteilige Workshop-Reihe widmet sich der Geschichte und Zukunft von Laufenburg. Wie prägen Grenzen, Migrationen und vergessene Überreste unsere Gegenwart? Neben der Ausstellung « Mo Diener – Hologramm » lädt das Rehmann-Museum zu einer dreiteiligen Workshop-Reihe ein, die wissenschaftliche Forschung und künstlerische Fiktion verbindet. Im September 2026 verwandeln wir Laufenburg in ein lebendiges Archiv: Bei zwei historischen Stadtspaziergängen – geführt vom kantonalen Archäologiedienst und der unabhängigen Kuratorin Vera Ryser – schärfen wir unseren Blick für Verstecktes, historische Brüche und diskrete Spuren im urbanen Raum. Beim darauffolgenden Schreibworkshop, geleitet von der Autorin und Professorin Ann Mbuti, dienen diese Eindrücke als Rohmaterial für die Erstellung eigener spekulativer Erzählungen. Ein spielerischer Brückenschlag zwischen Realität und Fiktion, der dazu einlädt, die Stadtgeschichte neu zu denken. Auf archäologische Spuren in Laufenburg mit Benjamin Höpfer und Reto Bucher (Kantonaler Archäologiedienst Aargau)
Mittwoch, 16. September, 18:00–19:00 Uhr
Vom Museum ins Herz der Vergangenheit Laufenburgs: Bei diesem archäologischen Spaziergang ab dem Rehmann-Museum tauchen wir in die unter der Stadt verborgenen Schichten ein. Die ersten Spuren reichen bis in die Bronzezeit zurück und belegen, dass diese Siedlungszone schon früh Bewohner anzog. Überreste aus dieser Zeit wurden an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet entdeckt, insbesondere unter der heutigen Marktgasse und im Keller des Museums Schiff. Auch römische Zeugnisse sind zahlreich. Ausgrabungen des kantonalen Archäologiedienstes haben römische Gebäude eines kleinen Stadtzentrums ans Licht gebracht. Hier spielte die Lagerung und der Transport eine wichtige Rolle, denn aufgrund der Stromschnellen der «Laufen» mussten Waren auf dem Rhein bereits in römischer Zeit in Laufenburg umgeladen werden, um von Boot zu Boot zu wechseln. Die Ortschaft könnte somit als Umschlagplatz für den Rheinverkehr gedient haben. Am Ende des Mittelalters beherbergte der Siechebifang – wie der Name schon sagt – das Laufenburger Armenhospital. Sein Keller wurde 2014 bei Ausgrabungen entdeckt. Das Erdreich enthielt zahlreiche gut erhaltene Keramikgefäße, die hauptsächlich zur Vorratshaltung dienten – ein einzigartiger Einblick in ein mittelalterliches Hospital. In der Altstadt von Laufenburg hat der kantonale Archäologiedienst im Rahmen von Renovierungsarbeiten in den letzten Jahren mittelalterliche und moderne Bürgerhäuser dokumentiert.
Dieser archäologische Spaziergang zeigt nicht nur vergangene Epochen Laufenburgs, sondern auch, wie Archäologie als Wissenschaft funktioniert. Er erklärt, welche Schlüsse aus archäologischen Funden gezogen werden können, wie die Vergangenheit rekonstruiert wird und wie ein lebendiges Bild der Stadtgeschichte entsteht. Reto Bucher ist Archäologe und Leiter der Abteilung «Mittelalter und Baugeschichte» beim kantonalen Archäologiedienst Aargau. Sein Buch « Arme Siechen! » widmet sich dem Hospiz in Laufenburg, eines der wenigen mittelalterlichen Hospize, die heute in der Schweiz dokumentiert sind. Benjamin Höpfer ist Archäologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim kantonalen Archäologiedienst. Er ist spezialisiert auf die Mittelbronzezeit und die Landschaftsarchäologie. Er lebt mit seiner Familie in Laufenburg. Die urbane Umgebung, ein vielschichtiges Archiv, mit der unabhängigen Kuratorin Vera Ryser
Mittwoch, 23. September, 18:00–19:00 Uhr
Dieser Spaziergang durch Laufenburg lädt dazu ein, den urbanen Raum als vielschichtiges Archiv zu lesen. Der Fokus liegt auf Fragen der Grenzziehung und Migration, die die Geschichte der Stadt bis heute prägen. Die historische Teilung Laufenburgs dient hier als Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie sich Formen von Grenzen, Trennung, Annäherung und Koexistenz im Laufe der Zeit entwickelt haben und wie sie sich im urbanen Raum manifestieren. Dabei richtet sich der Blick auf Migrationsgeschichten, die Bewegung, Austausch und Wandel erzählen und noch heute durch vielfältige Spuren präsent sind. Der Spaziergang verbindet eine sachliche Annäherung an die lokale Geschichte mit einer Sensibilisierung für das, was im urbanen Raum oft unbemerkt bleibt: diskrete Hinweise, Brüche und Überlagerungen, die vergangene Ereignisse und Erfahrungen bezeugen. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, diese Spuren zu entschlüsseln und als Ausgangspunkt für eigene Fragen und Fantasien zu nutzen. Inspiriert von Mo Diner’s künstlerischer Praxis, die archäologische Forschung mit spekulativen Erzählweisen verbindet, versteht sich dieser öffentliche Spaziergang auch als Vorbereitung auf den anschließenden Schreibworkshop. Die gesammelten Eindrücke dienen nicht nur der Rekonstruktion der Geschichte, sondern auch ihrer Neugestaltung und Neugeschichtenerzählung. Vera Ryser lebt und arbeitet in Zürich. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Genf (Bachelor) und an der Freien Universität Berlin (Master). Sie arbeitet als unabhängige Kuratorin, Ausstellungsorganisatorin, Forscherin, Mediatorin und Dozentin. Ihr Interesse gilt insbesondere kollaborativen Praktiken, der Ästhetik der Transformation und den Repräsentationen von Wissenskulturen. Sie beschäftigt sich mit dekolonialen Praktiken, feministischer Widerstandskultur und Erinnerungspolitik und versucht, diese Themen über die scheinbar klaren Grenzen zwischen Praxis und Theorie hinaus neu zu verhandeln. Vera Ryser ist Mitbegründerin der Kollektive « Das Wandbild muss weg! » und « Studio for Memory Politics ». Sie lehrt auch Kunst- und Kulturtheorie an verschiedenen Kunstschulen und Universitäten in der Schweiz. Verborgene Geschichten – ein Schreibworkshop mit Ann Mbuti
Mittwoch, 30. September, 18:00–20:30 Uhr
Was, wenn ein alter Gegenstand der Ausgangspunkt für eine neue Geschichte wäre? Mo Diener verbindet Vergangenheit und Zukunft durch spekulative Erzählungen und die Suche nach archäologischen Spuren. Dieser Schreibworkshop ist Teil dieses Ansatzes: Wir nehmen Gegenstände, Funde, Alltagsobjekte und Überreste aus Lauenburg und anderen Orten als Ausgangspunkt und fragen uns, welche Geschichten sie noch nicht erzählt haben. Welche Stimmen fehlen? Was verbirgt sich hinter der allgemein akzeptierten Erzählung? Mit kreativen Schreibübungen und einfachen Methoden des « World-Buildings » erkunden wir gemeinsam, wie Fiktion ein Werkzeug sein kann, um Geschichte zu hinterfragen und anders zu erzählen. Inspiriert von künstlerischen und activistischen Praktiken – wie denen von Mo Diener – gehen wir spielerisch, Schritt für Schritt vor: spekulativ, assoziativ, manchmal utopisch. Dieser Workshop richtet sich sowohl an Schreibinteressierte als auch an alle, die bei Stadtführungen in Laufenburg Lust bekommen haben, die Geschichte der Stadt aus einer neuen Perspektive zu sehen. Es sind keine Vorkenntnisse im Schreiben erforderlich; Interesse an Sprache, Geschichte und Unerwartetem genügt. Am Ende des Workshops gehen die Teilnehmer*innen mit konkreten Schreibwerkzeugen nach Hause – und vielleicht mit dem Anfang einer Geschichte, die noch erzählt werden will. Ann Mbuti (*1990) ist Professorin für Prozessgestaltung und freie Autorin, spezialisiert auf zeitgenössische Kunst, Popkultur und soziale Transformationsprozesse. Ihre Arbeit verbindet Theorie und Praxis, mit besonderem Interesse an den Wechselwirkungen zwischen Kunst, Diskurs und Öffentlichkeit. Neben dem Schreiben umfasst ihre Praxis Kuratieren, Vorträge, Performances und Workshops sowie die Leitung interdisziplinärer Forschungsprojekte.
Ihre Projekte und Veröffentlichungen behandeln Themen wie zeitgenössische Mythologien, Science-Fiction und die Verschmelzung von Realität und Fiktion. Sie erforscht so kulturelle Erzählungen und die Möglichkeiten künstlerischer Schöpfungsprozesse, um gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Wandel anzustoßen.
Ann lebt und arbeitet in Basel, Schweiz. Preise
Geführte Tour: 15 CHF, ermäßigter Tarif 10 CHF
Schreibworkshop: 25 CHF, ermäßigter Tarif 20 CHF
Alle drei Veranstaltungen: 50 CHF – keine weiteren Rabatte. Hinweis: Dieser Text wurde maschinell übersetzt und nicht von einem menschlichen Übersetzer.
Höhepunkte
- Dreiteilige Workshop-Reihe
- Geführte historische Spaziergänge mit Experten
- Schreibworkshop mit Ann Mbuti
Allgemeine Informationen
Die Veranstaltung 'Spuren lesen – Zukunft schreiben' findet im Rehmann-Museum in Laufenburg statt. Sie verbindet archäologische Forschung mit kreativem Schreiben und ermöglicht es den Teilnehmern, die Geschichte der Stadt zu erkunden und eigene spekulative Erzählungen zu entwickeln.
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