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Mikropolyphonie!

  • locationSchwarzwaldallee 200, 4058 Basel, Switzerland
  • Basel, Switzerland
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Beschreibung

Der Titel dieses Programms, «Mikropolyphonie», geht auf den ungarisch-österreichischen Komponisten György Ligeti zurück. Er bezeichnet eine Kompositionstechnik, bei der eine Vielzahl von Stimmen so dicht miteinander verwoben wird, dass die einzelnen Linien für die Hörer:innen nicht mehr als Melodien wahrnehmbar sind. Das Programm beleuchtet diesen Gedanken von Ligetis klanglicher Verdichtung über minimalistische Prozesse bis hin zu mikrotonalen Klangwelten der Gegenwart.
Im Falle eines Klavierduos sind die Möglichkeiten begrenzt. Dennoch gelang es Ligeti, insbesondere im dritten Satz, durch sich überlagernde Zweiunddreissigstel-Läufe im Resonanzraum des Tonhaltepedals die Illusion einer kontinuierlich pulsierenden Klangmasse zu erzeugen. Der entstehende «Klangcluster» wirkt wie ein lebendiger Organismus, der sich ausdehnt, zusammenzieht und seine Farbe fortwährend verändert. Der zweite Satz bildet dazu einen reizvollen Kontrast durch eine spielerische und humorvolle Hommage an die Pioniere der amerikanischen Minimal Music, Steve Reich und Terry Riley.
Der französische Komponist Christophe Bertrand greift in seinem Sextett «Satka» ebenfalls auf repetitive, ineinander verschobene Klangmuster und Phasenverschiebungen zurück, die stark an Steve Reichs Minimal Music und an György Ligetis Mikropolyphonie erinnern.
«Die schwache Wechselwirkung spielt eine wichtige Rolle bei der Proton-Proton-Reaktion, mit der in der Sonne Wasserstoff zu Helium umgewandelt wird. Die bei diesem Prozess freigesetzte Energie ist die Grundlage der die Erde erreichenden Sonnenstrahlung.» (Georg Friedrich Haas)
Typisch für Haas erforscht das Stück die mikrotonale Innenwelt der Klänge und übersetzt dieses unsichtbare, aber fundamentale Naturphänomen in ein hochsensibles, hypnotisches Klanggewebe. Das Werk entstand 2024 als Auftragswerk des israelischen «Meitar Ensemble» und wurde 2025 unter der Leitung von Pierre-André Valade beim Festival «Ultraschall Berlin» uraufgeführt.
Der deutsche Geiger und Komponist Friedemann Treiber, Konzertmeister dieses Programms, knüpft in seinem kompositorischen Schaffen an die Tradition der Zweiten Wiener Schule an. Geprägt von seinem Lehrer Hansheinz Schneeberger und dessen Verehrung für Alban Berg, bewegt sich seine Musik zwischen Dodekaphonie, begrenzter Aleatorik sowie freier Tonalität und Atonalität. Trotz ihrer strukturellen Komplexität zeichnet sie sich stets durch eine unmittelbare emotionale Ausdruckskraft aus. Mitwirkende und Zusatzinformationen:
Ensemble Phoenix Basel; Jürg Henneberger (Musikalische Leitung)

Höhepunkte

  • Aufführung des Ensembles Phoenix Basel
  • Fokus auf Ligetis Mikropolyphonie
  • Kontrast zwischen Minimal Music und modernen Klangwelten

Allgemeine Informationen

Das Konzert findet im Gare du Nord in Basel statt und beleuchtet die Kompositionstechnik der Mikropolyphonie von György Ligeti. Neben Ligeti werden auch Werke von Christophe Bertrand präsentiert, die sich mit repetitiven Klangmustern und Phasenverschiebungen auseinandersetzen.

Standort

locationSchwarzwaldallee 200, 4058 Basel, Switzerland
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