Beschreibung
Ein Glaskäfig, die Umrisse der Angeklagten, Anklageschriften, Paragraphen, die harte Sprache des ehrenwerten Gerichts. Angst vor einer Barriere, die größer ist als die dahinter. Tikkun olam ist die Reparatur der Welt. Vladimir Kara-Murza kann nicht stehen, Olga Misik hält eine Trillerpfeife, der alte Ingush Malsag Užachov sieht ein dickes, räuberisches, riesiges und hundertköpfiges Monster, ein Beamter lehnt zu weit aus dem Fenster, und Alexei Navalny zitiert die Bibel: 'Dies ist eure Stunde, Macht der Dunkelheit.' Das szenische Konzert übersetzt die Gerichtsreden zeitgenössischer russischer Gewissensgefangener, die für YouTube-, TikTok-Terroristen verurteilt wurden, aber auch Dissidenten und oft unwissentlich engagierte Künstler. Der Kern der Aufführung besteht aus tschechischen Übersetzungen der letzten Gerichtsreden aus zwei Dutzend Fällen der letzten Jahre, Texte, die im Buch (nicht)letzte Worte vorgestellt werden. Journalisten, Unternehmer, Künstler, Aktivisten, Professoren, Studenten, Kinder. Das sind alles Täter in Russland, Kriminelle, und ihre Stimmen werden nur mit einem leichten Atemzug in den Prozessen gehört. In einem transparenten Käfig, aber irgendwie ohne Deckel, können sie sagen, was sie wirklich denken. Das Projekt basiert auf dem Buch (nicht)letzte Worte. Aus dem russischen Original Непоследние слова, veröffentlicht von Freedom Letters im Jahr 2023, wurden ausgewählte Texte übersetzt von: Karolína Juráková, Hana Kosáková, Olga Pavlova, Zuzana Špinková, Jan Chalupník, Osip Dantev, Kryštof Neřold und Tim Postovit. Das Stück verwendet Auszüge aus den letzten Worten russischer politischer Gefangener, die trotz aller Verfolgungen, Inhaftierungen, Folter und Todesdrohungen sich weigerten, sich der pervertierten Politik Russlands zu beugen, und keine Angst hatten, dagegen aufzustehen. Einige von ihnen sind bereits frei (meist im Ausland), einige sind noch im Gefängnis, und einige sind nicht mehr am Leben. Sie umfassen: Maria Alyokhina, Nadezhda Tolokonnikova, Malsag Užachov, Armen Aramyan, Dmitry Ivanov, Maria Ponomarenko, Viktor Filinkov, Vasily Kuksov, Alla Gutnikova, Mikhail Khodorkovsky, Alexei Navalny, Ilya Yashin, Vladimir Metolkin, Maria Dubovik, Andrei Novashov, Nikita Uvarov, Yulia Galjamina, Olga Misik, Andrei Pivovarov, Yegor Zhukov. Das Stück enthält auch ein Auszug aus einem Brief über die zurückgegebene Staatsbürgerschaft von Olga Kiriyenkova, Informationen über die elektrische Folter von Ilya Shakursky und Dmitry Pchelintsev, über den Fall der Minderjährigen Anya Zhuravleva, Yegor Starshinov, Kirill Smirnov und Pavel Kushnir. Die Originaltexte sind je nach künstlerischer Absicht des Skripts unterschiedlich transformiert, ergänzt, stilistisch angepasst und verflochten. Ihre Bedeutung und Botschaft bleiben jedoch erhalten. DREHBUCH: ONDŘEJ NOVOTNÝ DRAMATURGIE: MARINA FELTLOVÁ MUSIK: TOMÁŠ VTÍPIL, PETR MÍKA, DJING: TOMÁŠ SOLDÁN SZENEN, PUPPEN, KOSTÜME: DARIA GOSTEVA REGIE: MASAKR ELSINOR DARSTELLER: DARIA GOSTEVA, VÁCLAV MARHOLD, VOJTĚCH HRABÁK, TOMÁŠ SOLDÁN, PETR MÍKA, UND TOMÁŠ VTÍPIL Dauer der Aufführung: 60 Minuten
Höhepunkte
- Szenisches Konzert, das Gerichtsreden russischer Gefangener übersetzt
- Basierend auf dem Buch (nicht)letzte Worte
- Mit Stimmen von Journalisten, Künstlern und Aktivisten
Allgemeine Informationen
Masakr Elsinor präsentiert eine einzigartige Aufführung im Muzeum umění Olomouc, die sich auf die letzten Gerichtsreden zeitgenössischer russischer Gewissensgefangener konzentriert. Die Veranstaltung hebt die Kämpfe verschiedener Personen in Russland hervor und bietet eine eindringliche Reflexion über Meinungsfreiheit und die Konsequenzen des Dissenses.
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