Beschreibung
"Die Urbanität eines Landes lässt sich daran erkennen, was in seinem Abfall landet, was an Alltäglichem, noch Brauchbarem, was an Poesie weggeworfen, der Vernichtung für wert erachtet wird." Dieses Zitat von Heinrich Böll aus dem Jahr 1964 ist das Motto der Einzelausstellung von MariAn Martin. Leidenschaftlich sammelt die 77jährige gebürtige Walliserin, die seit 1968 im Kanton Freiburg wohnt, Objekte mit Vergangenheit: Papier, Texte, Stoffe, Strassen- und Hausabfall, aber auch Materialen aus der Natur. Auf Entrümpelungstouren bei Verstorbenen und Bekannten, fand sie viel «Überflüssiges» das es zu «entsorgen» galt». Mit viel Witz und Ironie verwandelt sie solches in autobiografische Kunst – sei es in Form von Assemblagen, Papiercollagen aus selbstgeschöpftem Papier, Texte-Textilien, Installationen oder genähten Objekten – die nicht nur durch ihre Ästhetik gefallen, sondern im Gegenteil durch die oft provokative Aussage zum Nachdenken anregen soll. «Zur Kunst bin ich durch Zufall gekommen. Als mich im Jahre 1994 zwei Künstlerinnen anriefen, ihnen mein neu erstelltes Haus für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen und ebenfalls mitzumachen, war ich überrumpelt. Bis jetzt hatte ich seit einigen Jahren Gedichte geschrieben, aber diese ausstellen? Trotzdem nahm ich die Herausforderung an und kam dadurch zur Installation. Die Freiburger Galeristin Hilde Figuth «entdeckte» mich. Und da es schwierig ist, dauernd zu schreiben, habe ich mich den Textilien und anderen Materialen zugewandt.» Fantasievoll, poetisch und vielschichtig im wahrsten Sinn des Wortes sind MariAn’s Werke, voller verborgener Geheimnisse und zahlreicher Details zum Schmunzeln und Überlegen. Titel wie «Man muss sich nach der Decke strecken – Wandbehänge mit Nord-Süd-Gefälle» oder «Der Schlaf der Umweltgerechten» zeigen ein starkes soziales Bewusstsein, gewürzt mit einer grosszügigen Prise Humor. «Kunst – die einzige richtige Ausdrucksweise in meinem Leben», sagt MariAn. Unddas glaubt man der Autodidaktin aufs erste Wort. Vernissage Freitag, 09.10.2026 von 17 - 21 Uhr Begegnungen mit MariAn Donnerstag, 15.10. und 22.10 von 17 - 20 Uhr Freitag, 16.10. und 23.10. von 17 - 20 Uhr Finissage Samstag, 24.10.2026 von 11 - 17 Uhr Musikalische Überraschung mit dem Trio Schakôb um 15 UhrHöhepunkte
- Einzelausstellung von MariAn Martin
- Kunst aus gefundenen Objekten und Materialien
- Provokante und ästhetische Installationen
Allgemeine Informationen
Die Ausstellung "Luftschlösser im Wunderland" zeigt die Werke der Künstlerin MariAn Martin, die aus alltäglichen und verworfenen Materialien Kunst schafft. Sie findet im SalviArte Atelier & Galerie in Bern statt und regt durch ihre provokanten Aussagen zum Nachdenken an.
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