Beschreibung
Katalin Ladik, Babi Badalov, Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Marcel Janco, Marietta di Monaco, Richard Huelsenbeck, Hans Arp, Hans Richter, Maria d’Arezzo, Friedrich Glauser, Blaise Cendrars, Lina Lapelytė, Thomas Hirschhorn, Christine Sun Kim und Thomas Mader, Ladislav Novák, Ewa Partum, Yello, Talking Heads, u. a. «Dada» ist ein Wort, das keiner bestimmten Sprache angehört. Als es 1916 im Zürcher Cabaret Voltaire zum Namen der neuen Avantgarde-Bewegung erklärt wurde, stellte es selbst bereits ein Exempel für ein befreites Laborieren in, mit und zwischen verschiedenen Sprachen dar. Was heisst «Dada»? Die Antworten darauf sind ebenso vielfältig wie die zahlreichen Sprachexperimente, die vom 5. Februar bis zum Frühsommer 1916 an der Spiegelgasse 1 im Zürcher Niederdorf zur Aufführung gelangten. Laut- und Simultangedichte wurden vorgetragen oder Tierstimmen imitiert. Die Propagandasprache des Ersten Weltkrieges wurde auf den Kopf gestellt, der Erfahrungshintergrund von Migration, Gewalt und Prekarität in Verse mit und ohne Worte übersetzt. Was wurde dabei alles zu Gehör gebracht? Was überhört, übersehen, überlesen? Was kann man heute davon noch wissen? Tatsächlich existieren von den damaligen Aufführungen im Cabaret Voltaire 1916 keinerlei Ton- oder Filmaufnahmen. Alle Aufnahmen, die es gibt, stammen aus späteren Zeiten, teils noch von den alternden Dadaist:innen selbst angefertigt. Die Ausstellung «DadaZwischenSprachen» zeigt entlang ausgewählter Exponate aus dem Jahr 1916 sowie begleitenden Dokumenten, wie die dadaistischen Sprachexperimente sich gleichwohl materialisiert haben: in Drucken und Berichten, in Entwürfen dazu, in Partituren und Skizzen, später in Manifesten sowie in weiterführenden Umarbeitungen oder Anspielungen. Die Ausstellung verdeutlicht dabei auch die Lücken, die sich in der Überlieferungsgeschichte der anfänglichen Dada-Impulse abgezeichnet haben: Was ist mit den Stimmen der Frauen passiert? Was mit den angeeigneten Vorlagen aus anderen Kulturen? Die Ausstellung zeigt zudem, welche – vielfach unterbrochenen – Fortsetzungen die anfänglichen mehr- und zwischensprachlichen Dada-Bekundungen in späteren Zeiten gefunden haben: weit über Zürich hinaus und bis heute. Noch immer ist Dada zwischen Sprachen unterwegs. Fortsetzungen ebenso wie kritische Weiterführungen finden sich nicht nur im Bereich der Literatur, sondern auch in der Performance-Kunst, der Popkultur, der Gesellschaftskritik sowie in aktuellen Auseinandersetzungen mit dem Verhältnis von Technik, Kunst, Ökonomie und Lebenspraxis. Neben historischen Dokumenten knüpfen Werke aus der Nachkriegszeit bis heute an diese Impulse an. In einem Begleitprogramm werden die Impulse der Ausstellung im Dialog mit dem Publikum weitergeführt. Ausstellung und Begleitprogramm sind das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Universität Zürich (Prof. Dr. Sandro Zanetti, Romanisches Seminar, Abteilung Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) und dem Cabaret Voltaire (Salome Hohl), gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF-Agora-Projekt «DadaZwischenSprachen»). Mitarbeit: Prof. Dr. Tomáš Glanc (Universität Zürich, Institut für Slavistik und Osteuropastudien) und Monica Unser (Cabaret Voltaire).
Höhepunkte
- Ausstellung über die Dada-Bewegung
- Präsentation von Laut- und Simultangedichten
- Historische Exponate aus dem Cabaret Voltaire
Allgemeine Informationen
Die Ausstellung «DadaZwischenSprachen» im Cabaret Voltaire in Zürich beleuchtet die Vielfalt der Dada-Bewegung und deren Sprachexperimente. Vom 5. Februar bis zum Frühsommer 1916 wurden innovative Performances präsentiert, die Migration, Gewalt und Prekarität thematisierten.
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