Beschreibung
Christina Frey entwickelte während ihrer Aufenthalte im Werkstoffarchiv der Stiftung Sitterwerk eine visuell-assoziative Recherchepraxis mit dem Material vor Ort. Damit untersucht sie, wie die Dinge zueinander stehen, und geht dabei selbst eine Verbindung mit ihnen ein. Eine zufällig dastehende Zitrone, ein Buch und ein textiles Gewebe werden unabhängig von ihrer Materialität, Form und Herkunft gleichwertig behandelt. Gewisse Objekte werden schnell zu Favoriten, an anderen muss sie sich abarbeiten und diese werden gerade dadurch zu wichtigen Stücken. Qualität zeigt sich nicht als sofort ablesbar, sondern vermittelt sich über die Zeit und die Beschäftigung. Ausgehend von Freys Interesse am Antlitz präsentiert die Ausstellung eine Auswahl von Material- und Bearbeitungsbeispielen, Abbildungen in aufgeschlagenen Büchern und Dingen des Alltags aus dem Materialarchiv als dichtes Bezugssystem. Darin bearbeitet sie die Frage, was uns verbindet und trennt, gleichmacht und unterscheidet. Die Dinge verdichten sich zu einer temporären skulpturalen Anordnung, die diese Fragen weiterträgt. Einzelne Elemente überlagern sich, stehen sich als Kontraste gegenüber, ergänzen oder verbinden sich durch Form, Farbe, Transparenz oder Struktur. Die Abbildungen in den Büchern sind meist bildhauerische Werke von Gesichtern, die einem entgegenblicken. Die Reduktion dieser plastischen Arbeiten zur Abbildung und somit in die Fläche schafft eigene, instabile Bilder von ihnen, die sich mit jeder Reproduktion und neuem Zusammenhang leicht verschieben. Einzelne Objekte überlagern sich, stehen sich als Kontraste gegenüber, ergänzen, oder verbinden sich durch Form, Farbe, Transparenz oder Struktur. Eine zufällig dastehende Nach der Ausstellung bewegen sich die Bestandteile zurück an ihre Stammplätze im Archiv. Die Auflösung dieser Konstellationen schafft bewusst Raum für einen Neuanfang, neue Entscheidungen und Erfahrungen. Was bleibt, ist die Beziehung zu den Dingen. Dadurch widersetzt sich dieser Ansatz gängigen Logiken eines Kunstwerks. Es löst sich auf, ist materiell im Fluss und entzieht sich so konsequent einer warenförmigen Fixierung. Christina Frey (Laufen, BL) wurde mehrfach durch Preise, Stipendien und Ankäufe ausgezeichnet. Sie studierte bei Hannah Villiger, Jürg Stäuble und Guido Nussbaum an der Bildhauerfachklasse in Basel. Sie ist seit 2004 Dozentin am Vorkurs der Hochschule Luzern.
Höhepunkte
- Ausstellung von Christina Frey
- Skulpturale Anordnungen aus Alltagsgegenständen
- Thematisierung von Verbindungen und Unterschieden
Allgemeine Informationen
Die Ausstellung BUBBLES #6: Antlitz von Christina Frey findet im tilde chur statt. Sie zeigt eine visuell-assoziative Recherchepraxis mit Materialien aus dem Werkstoffarchiv und untersucht die Beziehungen zwischen verschiedenen Objekten.
Standort
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September 2026
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